„LOKAH SAMASTAH SUKHINO BHAVANTU“ – Warum Yoga und die vegane Lebensweise für mich untrennbar sind

„LOKAH SAMASTAH SUKHINO BHAVANTU“

 

Allen die mich nicht kennen, will ich mich kurz vorstellen:

 

claudi-5 - Kopie

1982 in München geboren, wurde ich mit acht Jahren Vegetarierin. Ab ca. 2007 habe ich auf Bio-Kuhmilch, Bio-Eier aus Freiland-Haltung und Käse ohne tierisches Lab umgestellt. Heute bezeichne ich das als „Leben in der vegetarischen Seifenblase“. 😉 Im Winter 2010 zerplatzte diese, da ich „Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer gelesen habe. Seit dem 10. Januar 2011 lebe ich vegan und schreibe auf claudigoesvegan darüber. Über einen Krankenkassen-Pilates-Kurs bin ich 2010 zum Yoga gekommen und mache mittlerweile eine vierjährige Ausbildung zur Yogalehrerin.

Auf dem Besuch der Yoga World im Januar 2013 ist mir diese Karte begegnet. Das Mantra hängt seit dem an meinem Kühlschrank und mir wird immer bewusstert, wie sehr die vegane Lebensweise und der Yoga zusammen gehören.

 

lokah samastah sukhino bhavantu

„LOKAH SAMASTAH SUKHINO BHAVANTU“

<<Mögen alle Lebewesen überall glücklich und frei sein und mögen alle Gedanken und Handlungen unseres Lebens zu diesem Glück und dieser Freiheit aller beitragen.>>

 

Namasté ihr Lieben,

meine Seele ehrt eure Seelen. Alles was folgt hat nichts mit euch zu tun. Ich will keinen erhobenen Zeigefinger auspacken. Was ich allerdings möchte, ist euch an den Veganismus heranführen. Euch in meine Welt und meine Gedanken entführen. Euch erklären, warum ich seit über fünf Jahren so lebe, wie ich lebe. Damit ihr Menschen wie mich, besser verstehen könnt und ihnen ohne Vorurteile und mit viel Respekt begegnet.

Was bedeuten Glück und Freiheit für euch? Was sind Lebewesen? Wie kann ich durch meine Gedanken und Handlungen dafür sorgen, dass alle Lebewesen glücklich und frei sind?

Meine Antwort lautet: vegan leben!

Für eine vegane Ernährung entscheidet man sich aus einem von drei Gründen:
Gesundheit, Umwelt oder Ethik.

Über die gesundheitlichen Gründe wurde schon viel veröffentlicht. Da ich keine Ernährungsberaterin bin, gehe ich auf diesen Punkt bewusst nicht ein. Es ist bestimmt jedem der hier drüber stolpert bewusst, dass morgens ein Wurstbrot, mittags ein FastFood Burger, und abends eine Lasagne mit Fleisch aus der Packung keine gesunde Ernährund darstellt.

Viel wichtiger sind für mich die „Umwelt“ und die „Ethische Lebenseinstellung“. Ich habe einige Fakten aus dem Film „Cowspiracy“, einem Artikel aus der FAS vom 13. April 2014 („Die neue Massentierhaltung im Wasser“) und von Tierrechtsseiten wie beispielsweise albert-schweitzer-stiftung.de zusammengestellt.

Massentierhaltung

In Deutschland werden ca. 60 Millionen Schweine im Jahr geschlachtet.
Das entspricht 5,6 Millionen TONNEN Fleisch.
Leider lediglich ca. 1% davon in Bioqualität.
51% der weltweiten Treibhausgase entsehen aufgrund der Massentierhaltung.
(Vergleich: Nur 13% entstehen durch die gesamten Transportmittel!)

Wasserverbrauch

Für ein einziges Kilo Rindfleisch werden über 15.000 Liter Wasser benötigt.
Mit dieser Menge kann man ein Jahr lang täglich duschen.
Außerdem werden bis zu 16 Kilo Getreide verbraucht. Daraus könnte man 16 Kilo Brot backen.
Für einen Liter Milch werden 1.000 Liter Wasser benötigt.
30% des weltweiten Wasserverbrauchs macht die Haltung von Nutztieren aus.
Eine Milch-Kuh trinkt 115-150 Liter Wasser am Tag.

Fisch:

Knapp 50% der Fische weltweit stammen aus Aquakulturen (Teiche, Zuchtbecken, Netzgehe, Meereskäfige).
Lachs war eine teure Delikatesse, heute ist er beim Discounter erhältlich.
Zucht: Es geht hierbei um schnelles Wachstum, Genügsamkeit (beispielsweise wichtig wg. des viel zu geringen Sauerstoffanteils im Wasser), präventiv wird Antibiotika verabreicht.
Ein Viertel der gefangenen Wildfische und anderer Wasserlebewesen wird direkt an Aquakulturen zur Verfütterung geliefert oder erst zu Fischmehl verarbeitet, das ebenfalls in Zuchtanlagen endet.
„Man muss mehr rein füttern, als man mengenmäßig als Nahrungsmittel rausbekommt.“

Regenwaldrodung / Monokulturen

Nur 10 Prozent des weltweiten Sojaanbaus werden direkt zu Lebensmitteln für Menschen verarbeitet – 90 Prozent werden für die Tierfutterherstellung und Nutztierhaltung ver(sch)wendet!
1 Kilo Rindfleisch = 16 Kilo Soja. Eine Kuh frisst 64-68 Kilo Futter am Tag.
Soja aus dem Regenwald. Denn das Soja für Bio-Tofu wird im Schwarzwald, in Österreich und Frankreich angebaut (Beispiel anhand der Marke „Taifun“). Für 200g Tofu benötigt man übrigens lediglich 100g Sojabohnen. Für 200g Rindfleisch: 3,2 Kilo!!!
Jede Sekunde wird ein Stück Regenwald, so groß wie ein Football-Feld, zerstört.

Der Auslöser für meine persönliche Entscheidung zum veganen Lebensstil überzugehen war ursprünglich ausschließlich meine ethische Lebenseinstellung. Da ich eine Frau bin, hat mich vor allem das Thema Kuh-Milch nicht mehr losgelassen.

Ein Unterschied konventionell/ Massentierhaltung und beispielsweise demeter ist natürlich gegeben. Doch zum Thema „Humane Schlachtung“ oder „Humane Haltung“ will ich betonen:
Am Schlachthof treffen sich alle wieder – in München 6.000 Rinder in der Woche.

Eier:

Jedes Jahr werden in Deutschland mehr als 40 Millionen männliche Küken kurz nach dem Schlüpfen aussortiert und umgebracht, da sie keine Eier legen können und somit keinen Nutzen für den Menschen erfüllen.
Hühner leben i.d.R. unter Bedingungen, die ihren körperlichen Bedürfnissen in keinster Weise gerecht werden, unabhängig davon, ob es um die Hühner geht, die Eier legen, oder um die, welche gehalten werden, um schnell viel Fleisch anzusetzen.
Es handelt sich um einen „Cocktail“ aus Antibiotika und Hormonen.
Wer für daheim nur Bio-Bruder-Eier kauft, denkt bitte an den Kuchen vom Bäcker, das Tiramisu beim Italiener oder das Frühstücksei im Hotel.
2015 in deutschen Betrieben:
9,4% Bio / 10,1% Kleingruppenkäfig / 17,5% Freiland / 63% Bodenhaltung

Milch:

Melkmaschinen rufen bei Kühen häufig Euterentzündungen hervor. Deren Milch enthält dann Leukozyten, die auch als Eiter bezeichnet werden.
1 Liter Kuh-Milch enthält Milch von mehreren hundert Kühen.
Kuhmilch ist für Kälbchen! Und aus einem 30-Kilo-Kalb wird eine 200-Kilo-Kuh!
Sie ist voller Fette, Proteine (Bioqualität) und evtl. auch voller Medikamente und Hormone (konventionell) und führt zur Übersäuerung des menschlichen Körpers.
Neugeborene Kälber werden von ihren Müttern getrennt, damit der Mensch deren Muttermilch konsumieren kann.
Milch kann nicht ohne Töten hergestellt werden.
Eine Kuh wird mit nicht mal einem Jahr (!) zum ersten Mal besamt, bekommt dann alle zehn Monate ein Kalb um meist mit maximal fünf Jahren nach vier Kälbern getötet zu werden. Dann kann ihr Körper nicht mehr. Ihr Geist hat vermutlich schon mit nicht mal zwei Jahren, als sie noch ein Teenager war, aufgegeben.
Es handelt sich hierbei um eine Art von Vergewaltigung.
Die Kühe werden verletzt, traumatisiert, depressiv. Und es passiert immer und immer wieder.
Männliche Kälber werden zu Kalbfleisch, weibliche zu Milch oder Fleischzucht missbraucht.

Kuhmilch tritt an gegen: Hafermilch, Dinkelmilch, Sojamilch, Mandelmilch, Reismilch, Hirsemilch, Hanfmilch, … Ab in den Biomarkt und durchprobieren!
Wieso den Umweg über die Kuh nehmen, wenn man Wasser und Getreide direkt verzehren kann? Was ist hier das Lebensmittel?

Katzen streicheln und Kühe essen?

Einige von euch haben Hunde, Katzen oder andere Haustiere. Wieso streicheln wir sie, kümmern uns, geben ihnen zu essen und zu trinken, gehen mit ihnen zum Tierarzt? Während die s.g. „Nutztiere“ wie Schweine, Kühe oder Hühner, wegen des menschlichen Konsumverhaltens zu einem kurzen und grauenvollen Leben verdammt werden?

Ich hab mir Ende 2010 (damals noch vegetarisch essend) diese Fragen gestellt:
Würde ich selbst eine Kuh künstlich befruchten?
Würde ich selbst einer Kuh ihr Kalb wegnehmen?
Würde ich selbst ein Baby-Schwein ohne Betäubung kastrieren?
Würde ich selbst ein männliches Küken vergasen?

Diese Gewalt übernehmen andere Menschen!!!
Ich lebe mittlerweile auch aus diesem Grund vegan.

Habt ihr euch schon einmal überlegt, wie viele Menschen involviert sind, um Wurstsalat oder Käse herzustellen? Es sind also nicht „nur“ die Tiere selbst, ihre Gefühle und die Gewalt gegen sie, welche man beim Verzehr von Milch oder Fleisch zu sich nimmt. Auch die Gefühle von Menschen, welche die Tiere missbrauchen und töten und die Gewalt gegen diese Menschen, ist in Speisen und Getränken enthalten.

Auch wenn ich davon ausgehe, dass in Deutschland niemand körperlich dazu gezwungen wird, im Schlachthof oder im Bereich der Rinder-Besamung zu arbeiten. Es sind schlecht bezahlte Jobs und dementsprechend werden sie von Menschen ausgeführt, die das (verhältnismäßige viel zu wenige) Geld dringend benötigen. Oder würdest du im Schlachthof arbeiten wollen?

Man geht in den Supermarkt und kauft abgepackte Wurst. Eier werden ohne mit der Wimper zu zucken in die Pfanne geklopft. Dass dafür männliche Küken von vornherein getötet und weibliche Hühner ein kurzes und grausames Leben führen, wird nicht bedacht. Dass es Menschen gibt, die den (viel zu!!!) jungen Kuhmüttern ihre Kälber binnen Stunden unter lautem Protest entreißen, nur damit der Tetra Pak mit Milch im Supermarkt steht, wird verdrängt.
Und dann verspeisen wir das alles – vermutlich ohne auch nur einen Gedanken daran zu „verschwenden“, wo die Zutaten herkommen und vor allem wer alles an ihrer Herstellung beteiligt war.

Beim Veganismus geht es für mich um diese drei Werte:

maitri – Liebe
karuna – Mitempfinden
ahimsa – Gewaltlosigkeit

„Wenn du geliebt werden willst, dann solltest du auch Liebe geben.“ (Dr. Will Tuttle, Autor „World Peace Diet“)

Die eigentliche Frage lautet nicht: „Warum lebt die Claudi vegan?“
Die spannende Frage ist: „Warum schauen so viele weg?“

„Du hast die Wahl! Mit jeder Mahlzeit, mit jedem Paar Schuhe, mit jeder neuen Jacke
entscheidest du selbst. Es liegt an und bei dir. Wie viel Respekt hast du vor dem Leben?“

Wenn du Gewalt gegen ein Lebewesen anwendest (oder anwenden lässt), verletzt du dich selbst. Die Gewalt kommt zurück zu dir. Das was du isst, strahlst du auch aus. So wie du dich ernährst, fühlst du dich. Du wirst gespiegelt von deinem Konsumverhalten. Nur du triffst die Entscheidung. Für dich alleine. Sobald du deinen Geldbeutel aufmachst kannst du wählen. Wie in Matrix. Die rote, oder die blaue Pille? Bewusst hinschauen, annehmen, fühlen und wahrnehmen? Oder lieber weiterhin wegschauen und verdrängen? Du kannst dich entscheiden, du hast die Alternative. Denke an deine Fußspuren, die du auf unserer Mutter Erde hinterlässt. Jeder einzelne Mensch der (auch nur ein bisschen!) umdenkt, macht einen Unterschied. Und du gibst es weiter. So wie ich es gerade an euch weitergebe. Veganismus bedeutet heim, zu deinem Herzen, zu kommen. Und vegan werden ist nicht schwer. Die anderen Menschen sind es 🙂

 

„lokah samastah sukhino bhavantu“

<<Mögen alle Lebewesen überall glücklich und frei sein und mögen alle Gedanken und Handlungen unseres Lebens zu diesem Glück und dieser Freiheit aller beitragen.>>

Sonnengrüße,
Claudi

Titelbild: Pixabay

Teile Yogascha

2 Responses to „LOKAH SAMASTAH SUKHINO BHAVANTU“ – Warum Yoga und die vegane Lebensweise für mich untrennbar sind

  1. Kilian says:

    Du schreibst echt schön, Claudi! Danke!

Schreibe einen Kommentar

Please use your real name instead of you company name or keyword spam.

Magst Du Yogascha? Dann lass uns wachsen!